Bunker-Bürger geben nicht auf

Der Lousberg-Bunker, von der Jägerstraße aus gesehen. Die Fassade scheint noch einigermaßen in Ordnung zu sein.

Der Lousberg-Bunker, von der Jägerstraße aus gesehen. Die Fassade scheint noch einigermaßen in Ordnung zu sein.

Der Lousberg-Bunker ist in den Zeitungen (und bei den Nachbarn und Bauhistorikern sowieso) wieder ein Thema. Von der Rütscher Straße aus sieht man nur noch Geröll, Schutt und letzte Mauerreste.

Auf der anderen Seite, der vorderen Seite, ist die Fassade noch gut erhalten. Die Bürgerinitiative ruht sich nicht aus, sie will die Fassade erhalten. Die Bürger kämpfen zudem, wie gestern noch in der Jägerstraße versichert wurde, weiter für den Erhalt des Restgebäudes.

Man stellt sich vor, dass hinter der Fassade Wohnungen angelegt werden können. Der Investor ist unterdessen nicht begeistert. Denn: Derzeit ruhen schon seit mehreren Wochen

Der Lousberg-Bunker, von der Rütscher Straße aus gesehen.

Der Lousberg-Bunker, von der Rütscher Straße aus gesehen.

die Arbeiten. Der Grund: Sie waren zu laut, und angeblich zitterten in den Büros in der Nachbarschaft die Bildschirme.

Anmerkung: Beide Fotos entstanden am heutigen Donnerstag, 10. Juli, 2014. Erstaunlich ist, wie unversehrt das Bauwerk von der Jägerstraße aus aussieht.

2 Gedanken zu “Bunker-Bürger geben nicht auf

  1. Sehr geehrte Aachener Bürger,

    warum setzten wir uns aus Belgien seit über einem Jahr für den Erhalt des Luftschutzbunkers in Aachen am Lousberg zwischen der Rütscher- und der Försterstraße ein?

    Lassen Sie uns zunächst einiges über uns und unsere Interessen schreiben:
    Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben wir uns der Erforschung und dem Erhalt historischer militärischer Anlagen verschrieben. Wir sind Mitglieder des deutschen Studienkreises Interfest e.V. der amerikanischen Coast Defense Study Group, der englischen Fortress Study Group und der französischen ADFM. Unsere weltweiten Forschungsreisen führten uns u.a. zu den Forts und Befestigungen der Hochalpen entlang der französisch-italienischen Grenze, aber auch zu den russischen Küstenbefestigungen von Sewastopol, Wladiwostok und Kronstadt sowie zu den amerikanischen Küstenforts in der Bucht von Manila und rund um die Weltstadt New York. Unsere Schwerpunkte der letzten Jahre lagen bei den kaiserlichen Großfestungen Straßburg und Metz und ihren französischen Gegenstücken entlang der neuen Staatsgrenze nach 1871. Dabei erwies sich die ehemalige französische Festungsstadt Toul als ausgezeichnetes Studienobjekt. Die Ergebnisse unserer jahrelangen Studien in und um Toul haben wir in unserem viel beachteten, 2009 erschienen Buch „Toul die Geschichte einer französischen Lagerfestung“ zusammengefasst. Darüber hinaus setzen wir uns aktiv für den Erhalt eines Teils der ehemaligen kaiserlichen Großfestung Metz, der „Feste Wagner“ ein und haben auch hierrüber zu Gunsten der französischen Organisation ADFM ein Buch mit dem Titel „Die Feste Wagner“ und „La Feste Wagner“ in zwei Sprachen veröffentlicht.

    Zugegeben, Hochbunker sind reine Zweckbauten und im Allgemeinen architektonisch keine Schönheiten. Sie haben aber als Schutzbauten zahllosen Frauen und Kindern in den furchtbaren Bombennächten das Leben gerettet. Auch ich – Dieter Wernet – Jahrgang 1942 verdanke einem Luftschutzbunker mein Leben. Über seine Bestimmung als Schutzraum hatte der besagte Bunker noch eine für die Stadt Aachen und für Deutschland ausschlaggebende Historie. Als letzten Gefechtsstand des Oberst Gerhard Wilck ging von hier im Oktober 1944 die Kapitulation der Stadt Aachen, der ersten Stadt auf deutschem Reichsgebiet aus und läutete damit das Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Es ist für uns unverständlich, dass ein derartig historisch herausragendes Bauwerk nicht unter Denkmalschutz gestellt und in der Folge unwiederbringlich beseitigt wurde.

    Die Erfahrung zeigt, dass die Bedeutung vieler historischer Bauten oftmals erst Generationen später erkannt wird. So dienten in der Vergangenheit zahlreiche Burgen den näheren Anwohnern als Steinbrüche. Heute hingegen würde niemand mehr ihren historischen Wert in Frage stellen. Ebenso sind inzwischen große Teile der Reste des Westwalles erfreulicherweise ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt worden. Sie sind und bleiben ebenso wie die nur in Deutschland vorhandenen Hochbunker ein Teil der deutschen ja sogar der europäischen Geschichte.

    Viele Grüße aus Belgien

    Inge Wernet und Dieter Wernet Dipl.-Ing.

  2. Weit über die Grenzen von Aachen

    In einer Petition, die maßgeblich von uns unterstützt wurde, haben sich inzwischen
    „1464 Unterstützer aus 19 Ländern“,
    darunter namhafte Historiker, Denkmalschützer sowie der Chefredakteur der Luftwaffen-Revue
    eingetragen und sich ausdrücklich – gegen den Abriss – des historischen einmaligen
    Luftschutzbunkers zwischen der Rütscher- und Försterstr. ausgesprochen.

    Wird aus der Bunkerruine künftig ein Denkmal kommunaler Unfähigkeit?

    Inge Wernet und Dieter Wernet Dipl.-Ing.
    Militärhistorische Studien
    St. Vith / Belgien
    idw@swing.be

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