Das hatte uns nachdenklich gemacht: Volkstrauertag

Schwer in die Kritik ist in diesem Jahr wieder der „Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge“ geraten. Und zwar anlässlich des Volkstauertages Mitte diesen Monats.

„Geschichtsklitterung, Sinnstiftung, wo kein Sinn war“, wird dem Volksbund vorgeworfen. Nach 1918 und nach 1945 gleichermaßen. Der Aachener VVN-Vorsitzender Kurt Heiler steht als Kritiker des „Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge“ immer in vorderster Front. Er spricht von einem Kreislauf (Krieg, dann Volkstrauer, dann wieder Krieg) und möchte, dass dieser Kreislauf durchbrochen wird.

Passgenau wird seit 2006 an das Gedenken an die toten Soldaten beider Weltkriege gleich ein Gedenken an die im Auslandseinsatz umgekommenen deutschen Soldaten angehängt.

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Unterdessen schrieb ein Aachener Ratsherr der AfD auf Facebook: „. . . gedenken wir am Volkstrauertag in besonderem Maße allen ehrenvollen deutschen Soldaten, die reinen Herzens für unser Vaterland starben. Sie starben in der Hoffnung, daß nach ihnen eine Zeit des Friedens heraufziehen und Deutschland erblühen würde. Ihr Opfer ist uns Mahnung: Keine Bruderkriege in Europa. Ihre Hoffnung ist uns Verpflichtung.“ https://www.facebook.com/markus.mohr.1984 

Darüber entfachte sich eine Diskussion, und zwar pro und contra, so will mir scheinen. Plötzlich konnte man in Piratenkreisen lesen, dass „Soldaten sterben. Dafür sind sie da. Ich gehe erstmal davon aus, dass Sie reinen Herzens sterben, weil ich denen per se gar nichts Böses unterstellen will.“

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Das veranlasste Michael Sahm, Mitglied der Piratenpartei in Aachen, zu folgenden Anmerkungen:

„. . . ich sehe keinen Grund, das Kämpfen und Sterben von Soldaten weihevoll zu überhöhen, wie es Typen wie Mohr machen; schon mal gar nicht, wenn diese Soldaten ausgezogen sind, Krieg in anderer Leute Heimat zu tragen.

„Deutschland“ hat und hatte seit 1914 nie Soldaten, die bei der Verteidigung des Landes umgekommen sind. Entweder waren sie die Aggressoren (oder deren Büttel), oder sie kämpfen weitab von Deutschland an der Seite von „Bündnispartnern“ für teils fragwürdige Zwecke.
Um das klarzustellen:

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass wir eine Bundeswehr haben und
behalten, die jedoch in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt nichts
zu suchen hat, sei es nun zur „Wirtschaftsförderung“ oder zum
Glattziehen desaströser Industriestaatenpolitik (Stichwort:
Piratenabwehr am Horn von Afrika).

Ich hätte gerne hier in Deutschland zur Landesverteidigung eine
funktionierende Armee mit kritischen und verantwortungsvollen Bürgern
in Uniform, die fortschrittliches, aber angemessenes Material bedienen
können.

Link: http://www.darmstaedter-signal.de/

Dann würde ich sogar zB. einen „Tag der Bundeswehr“ für möglich halten.

Wenn sich aber dieser Tage ein Gauck oder eine Flinten-Uschi
hinstellen, um andächtig der toten Soldaten zweier Weltkriege zu
gedenken, dann empfinde ich das als zum Erbrechen bigott!

Mein Großvater ist als einfacher Landser in Russland geblieben; am
20.04.1943 erschossen von der SS, weil er zum GröFaZ-Geburtstag nicht
auf Adolf anstoßen wollte. Ich brauche keinen Volkstrauertag, um ihm
zu gedenken.

Ich brauche einen Tag, der Kriegstreiber wie Gauck bloßstellt.
Ich brauche einen Tag, der die Deutschen und am besten noch alle
anderen Völker der Welt darauf einschwört, dass Krieg scheiße ist.
Aber sowas von.
Und ich brauche einen Tag, der den Soldaten den Rücken stärkt, damit
sie sagen können: „Lieber Bündnispartner, mach Deinen Scheißkrieg für
Öl, Drogen und Macht selber. Schönen Tag noch!“

‚Ehrenvolle deutsche Soldaten, die reinen Herzens für ihr Vaterland
starben‘ ist für mich Lichtjahre davon entfernt!

Wo sind übrigens die bundesweiten Trauertage für Polizisten,
Feuerwehrmänner und THWler etc., die im Dienst umgekommen sind?“

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