Als Bloggerin in Hamburg beim 31c3

Beim 31c3 in Hamburg möchte niemand fotografiert werden. So war es ziemlich schwer, attraktive Fotos zu machen. Obwohl es Motive wie Sand am Meer gab.

Beim 31c3 in Hamburg möchte niemand fotografiert werden. So war es ziemlich schwer, attraktive Fotos zu machen. Obwohl es Motive wie Sand am Meer gab.

Es gibt ja kaum was Schöneres, als im Winter nach Hamburg zu fahren und da mit einer über 10.000-köpfigen Gemeinde Gleichgesinnter die angesagten Themen zu bearbeiten. Und wenn schon nicht aktiv zu bearbeiten, so doch wenigstens einfach zuzuhören, was andere im Laufe des Jahres erforscht und in wohlgesetzte Worte gefasst haben. Hach.

Es geht um den Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC), wo sich das große Hamburger

Einer der großen Säle, die oft voll waren und wo es dann hieß: Hier kommt keiner mehr rein.

Einer der großen Säle, die oft voll waren und wo es dann hieß: Hier kommt keiner mehr rein.

CCH komplett mit Nerds füllt. Schon mal 3000 Leute in einem Saal gesehen? Eindrucksvoll. In drei Tagen habe ich 12 Vorträge gehört, in einem Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs gewohnt, bin die Binnenalster rauf und runter spaziert und habe mich auf einem Wintermarkt lecker durchgefüttert. In Hamburg ist mir aufgefallen, dass man sich dort offenbar gern im Keller aufhält.

 

Man steht auf der Straße und blickt durch ein Fenster nach unten in einen Frisiersalon oder in ein Schuhgeschäft, eine Kneipe oder in eine Modeboutique. Das fand ich so befremdlich, dass ich noch nicht mal in so einen Keller (wo ja die Fenster unter der Decke hängen müssen) hinuntergehen konnte.

Leben im Keller.

Leben im Keller.

Man sieht von draußen nach unten in einen Raum, wie sonderbar . . .

Prima Leute konnte man im CCH treffen, unter anderem auch gute alte Bekannte aus Düren. 

Am ersten Tag habe ich mir Martin Haase angehört. Haase ist Sprachwissenschaftler, Pirat und Professor in Bamberg. Er analysiert jedes Jahr einen wichtigen Text, in diesem Jahr zum Thema Digitale Agenda. Es handelte sich um einen Text der Bundesregierung, der ein Konzept beinhalten soll für die weitere Entwicklung der Digitalisierung der

Beziehungsreiche Objekte gab es in den Foyers. Teils sehr sehenswert.

Beziehungsreiche Objekte gab es in den Foyers. Teils sehr sehenswert.

Gesellschaft. Ein Riesenhaufen heiße Luft, wie Haase herausarbeitete. Ein Wortschwall, in dem im Grunde gesagt wird, dass die Bundesregierung das Digitale der Wirtschaft überlassen und selbst gar nichts machen wird. Fürchterlich.

 

Martin Haase: https://www.youtube.com/watch?v=dS1RVI_VEs0

Dann ging es zu den Leuten vom „Zentrum für politische Schönheit“. https://www.youtube.com/watch?v=SWXpyevEPjg

Die stellten die ein oder andere hochpolitische Aktion vor, die sie als Künstler veranstaltet haben. Für diese Leute gab es standing ovations, das war angemessen. Hier kann man noch genauer lesen und erkennen, ob einen das interessiert. Mich naturgemäß sehr.  http://events.ccc.de/congress/2014/Fahrplan/events/6584.html

Regeln, die sich die Hacker selbst gegeben haben: Hackerethik, in deutscher und englischer Sprache.

Regeln, die sich die Hacker selbst gegeben haben: Hackerethik, in deutscher und englischer Sprache.

Vom zweiten Tag erwähne ich nur „Trau keinem Scan, den du nicht selbst gefälscht hast“.

https://www.youtube.com/watch?v=7FeqF1-Z1g0

Dabei geht es um Xerox und seine Scanner, die ganz selbstständig beim scannen aus Zahlen andere Zahlen machen, aus einer 6 eine 8 zum Beispiel. David Kriesel hatte das entdeckt und gab Tipps, wie man sich verhalten soll, wenn man es mit einem Weltkonzern aufnimmt und diesen zu Stellungnahmen zwingen will. Auch seine Aussagen über den Umgang mit der Presse sind interessant.

„In diesem Vortrag erzählt David Kriesel auf unterhaltsame Weise, wie er diese Urgroßmutter aller Bugs entdeckt hat. Die Geschichte ging von seinem Blog aus durch die Weltpresse, was zu einem unterhaltsamen öffentlichen Schlagabtausch zwischen Xerox und ihm führte. Xerox musste einen Patch für einen riesigen Gerätepark liefern. Die Folgen von acht Jahren an subtil falschen Dokumentenproduktionen in zigtausenden Institutionen weltweit sind bis heute unabsehbar“, steht so im Programm vom CCC. „Xerox Can Fix Number-Switching Scanners, but Not Altered Docs“, titelte das Wirtschaftsmagazin „Businessweek“ treffend.

Aus dem Programm: „David Kriesel leitet konkrete Regeln ab, wie man einen Großkonzern zum Handeln zwingt, und wie das für einen selbst aussieht. Er skizziert genau, wie er vorgegangen ist, wo er Angst hatte, und wo er aus seinen Fehlern lernen musste.“

Was ich mir am zweiten Tag noch anhörte: 

http://events.ccc.de/congress/2014/Fahrplan/events/6582.html

Der dritte Tag war für mich der allerbeste. Aber seht selbst im Programm nach. Alle Vorträge sind schon im Netz, und es kommt auch etwas Atmosphäre aus den Sälen rüber. Es ging unter anderem um TTIP. Auch nicht ganz uninteressant war die  „Krise der Bilder“ mit Mareike Foecking, Professorin für Photographie an der Fachhochschule Dortmund seit 2011, seit 2014 Professorin für Photographie an der FH Düsseldorf. Außerdem ging es am dritten Tag um Stationen von NSA & Co in Österreich, vorgetragen von einem etwas skurrilen  Österreicher.

Nur für absolute Insider interessant sind natürlich die Fnord-News-Show mit Fefe und Frank Rieger. Ein Hit, den man nicht verpassen darf. Dann der Jahresrückblick mit der sagenhaften Constanze Kurz und anderen vom Club-Vorstand. Und zuletzt die ( https://www.youtube.com/watch?v=SEebpN3ojeo ) Security Nightmares mit Frank Rieger und Ron mitsamt Ausblick auf 2015.

Hacker unter sich.

Hacker unter sich.

 

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Und zuletzt noch ein Eindruck von den Yarn Bomben, die im Laufe von vier Tagen mehr und mehr die Geländer raufkrabbeln.

Und zuletzt noch ein Eindruck von den Yarn Bomben, die im Laufe von vier Tagen mehr und mehr die Geländer raufkrabbeln.

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